-READ THIS FIRST-
Zuerst einmal: Chobo-ajeossi ist mein Spitzname. „Chobo“ bedeutet auf Koreanisch so viel wie Anfänger oder Rookie. „Ajeossi“ bedeutet Onkel mittleren Alters. Im Ganzen trifft das ziemlich genau, wie ich mich die meisten Tage fühle, wenn ich diesen Laden hier schmeiße.
Falls du über den Instagram-Post her gefunden hast, weißt du schon Bescheid: Wir haben es geschafft! MU 3.0 ist live. Bestellungen funktionieren wieder. Krise abgewendet.
Aber wenn du gerade einen Kaffee in der Hand hast und nichts Besseres zu tun hast, dann mach’s dir gemütlich! Die Geschichte, wie wir hierher gekommen sind, ist nämlich eine ganz andere.
So lief es ab
Wir arbeiten schon seit Mitte letzten Jahres an dieser neuen Website. Und damit meine ich nicht nur ein paar Kleinigkeiten nachbessern oder einen neuen Anstrich. Wir haben wirklich alles geändert: die Plattform, die gesamte Architektur, die Produktnamen, die komplette Backend-Logik. Das Einzige, was die Migration unbeschadet überstanden hat, war unser Logo.
Während dieser ganzen Zeit haben wir mit der Community gesprochen, Feedback gesammelt und interne Reviews gemacht. Wir hatten eine Dev-Seite, die wir das ganze Jahr über ausgiebig getestet haben. Wir dachten wirklich, wir wären bereit.
Wie in jeder guten Gundam-Serie haben wir im Hintergrund auch mit angesehen, wie unsere alte 2.0 langsam auseinanderfiel. Der Mailserver fing an durchzudrehen, weil er plötzlich zwei Live-Seiten gleichzeitig jonglieren musste. Die Fehlerraten kletterten immer höher. Es wurde klar, dass die 2.0 nicht mehr lange durchhalten würde und auf den „perfekten Moment“ für den Launch von 3.0 zu warten, fühlte sich langsam nach einer ziemlich bescheuerten Idee an. Irgendwann hört man auf, auf ideale Bedingungen zu warten, und schickt einfach alles live ins Gefecht.
Und genau das haben wir dann auch gemacht.
Tag 1: Und sofort geht alles schief.
Wir haben den Launch angekündigt. Die Leute strömten auf die Seite und dann ging es sofort los: Die Probleme stapelten sich schneller, als wir gucken konnten. Als Erstes hat das Kommunikations-Modul den Geist aufgegeben. Die Sprachen wurden auf der gesamten Seite falsch angezeigt. Einige unserer Korrekturleser mussten mitten drin abspringen. Wir haben hektisch neue Freiwillige gesucht und es irgendwie doch noch hinbekommen.
Daraufhin haben wir uns entschieden, den Wechsel einen Tag früher durchzuziehen als geplant, nur um sicherzustellen, dass der DNS auf allen Servern vollständig aktualisiert war, bevor der offizielle Soft Launch losgeht.Then we made the call to move the cutover one day earlier than planned, just to make sure the DNS had fully propagated across all servers before the official soft launch date.
Schlauer Move in der Theorie…. Was danach kam, war allerdings alles andere als Theorie…
Dann sind die Zahlungsmodule abgestürzt. Alle. Und dann… absoluter Peak-WTF-Moment! Einer unserer Anbieter hat uns plötzlich als High-Risk-Produkte markiert. Kein Anruf. Keine Mail. Einfach nur ein riesiges rotes „YOU ARE PERMANENTLY BANNED“ – als hätten wir bei irgendwas Verbotenem erwischt worden. Ich schätze, ihre super KI hat unsere Website gecrawlt und Gundanium entdeckt… oder einfach zu viele Weapon Expansion Packs. Wer weiß. Und wenn man bedenkt, in welchem Zustand unsere Texte zu dem Zeitpunkt waren, muss das, was ihre KI da gelesen hat, wirklich absolut besonders ausgesehen haben.
Das war auch genau der Punkt, an dem Z-Meir und ich als Senior Staff, also eigentlich die, die ruhig bleiben sollten – ein sehr ernstes Gespräch darüber geführt haben, ob wir nicht lieber den Stecker ziehen. Spanien steckt mitten in der Urlaubszeit. Das Team war komplett erschöpft. Die Probleme stapelten sich weiter. Wir haben uns angesehen und gesagt: Wenn bis 16 Uhr keine guten Nachrichten kommen, rollen wir alles zurück auf 2.0 und stellen uns nächste Woche der Peinlichkeit.
Nicht unser stolzester Moment. Aber ein ehrlicher.
16:00 Uhr kam. Und tatsächlich gab’s einen kleinen Hoffnungsschimmer!
Stellt sich heraus: Wenn man plötzlich nicht mehr wie ein Unternehmen aussieht, das aktiv Gundanium auf dem Schwarzmarkt vertickt, dann überlegen sich die Zahlungsanbieter die Sache doch nochmal. Wir haben ein paar Anpassungen gemacht, ordentlich nachgehakt und es offenbar geschafft, ihrer KI einzureden, dass wir vielleicht doch ein bisschen falsch eingeordnet waren. Vielleicht, ganz vielleicht, war ein Hobby-Shop, der Plastik-Modelkits verkauft, doch nicht ganz die Bedrohung, die sie sich vorgestellt hatten. Und ab da kippte endlich was. Jede Stunde, jede Stunde, haben wir etwas zurückgewonnen. Ein kritisches Modul wieder online. Dann das nächste. Dann noch eins. Langsam, zäh, aber zum ersten Mal an diesem Tag endlich wieder in die richtige Richtung.
Das Team wurde aufgeteilt
Während die zahlungs-Schlacht weiterlief, haben wir das Team aufgeteilt. Ein Teil blieb an den Calls und arbeitete die restlichen Probleme ab. Der andere Teil saß an der Plattform und versuchte, die Sprachprobleme in den Griff zu bekommen – die, ganz ehrlich, bis zu dem Moment, in dem ich das hier schreibe, immer noch nicht komplett behoben sind.
Und dann war da noch Becky. Becky wurde ganz allein zum Produkt Hochladen zurückgelassen. Einfach nur Becky, ein Spreadsheet und unser neues Backend, das absolut keine Lust hatte, schnell zu arbeiten. Wir mussten den gesamten Katalog manuell hochladen – es gibt keinen magischen Import-Button dafür. Und diese Arbeit hört nicht einfach auf, nur weil der Rest gerade in Flammen steht. Also hat Becky dann hochgeladen. Und hochgeladen. Während der Rest von uns noch im Krisenmodus war.
Sorry, Becky.
Die Rettung in letzter Sekunde
Bis zum Abendessen hatten wir die kritischen Funktionen wieder online. Zahlungen funktionierten. Versandmethoden funktionierten. Die Seite verhielt sich endlich wieder wie eine richtige Website.
Dann war ich an der Reihe. Stock-Updates. Das klingt erstmal ganz einfach. War es aber ganz und gar nicht. Es war mit Abstand die mühsamste und zermürbendste Arbeit, die ich in meinem gesamten Berufsleben gemacht habe – und ich bin schon einige Jahre in dieser Branche. Ich konnte nicht einfach alles auf einmal hochpushen, ohne dass das System abstürzt. Also habe ich es langsam und bewusst gemacht: Produkt für Produkt, Charge für Charge, und dabei das Backend beobachtet, als würde ich eine Bombe entschärfen.
Spät Nachts hatten wir dann endlich einen funktionierenden Shop
Wo wir jetzt stehen
MU 3.0 ist live. Es funktioniert. Ihr könnt eure Bestellungen jetzt sofort aufgeben, ohne Probleme.
Was noch nicht perfekt ist: Einige Banner Links sind noch kaputt. Die Sprachen brauchen an manchen Stellen noch Feinschliff. Und es gibt ein paar Dinge, die wir eigentlich heute schon fertig haben wollten, die es durch die letzten 48 Stunden Brand löschen einfach nicht mehr geschafft haben.
Das ist die ehrliche Version.
Der Plan für diese Woche: Ich kümmere mich selbst um den ganzen Front-End-Kram, während ich den Rest des Teams dazu verdonnere, weiter den Katalog hochzuladen. Böses Lachen, voll beabsichtigt. ^o^
Danke, dass du bis hierher durchgehalten hast. Wirklich. Falls du bis zum Enade gekommen bist, bist du entweder unglaublich geduldig, hast gerade absolut nichts Besseres zu tun oder magst uns tatsächlich und ganz ehrlich, jede dieser drei Optionen ist für mich völlig in Ordnung!
Euer Lieblings Chobo ajeossi